Anreise
Am 03.05.2026 sind Andrea, DF1YL, und ich Holger, DJ1JR/K1JHR, nach Mallorca aufgebrochen. Die Fahrt ging von uns zu Hause über Kassel, den Frankfurter Raum, Mannheim, Karlsruhe weiter nach Mühlhausen in Frankreich und dann weiter Richtung Lyon zu unserem Zwischenstopp Bollène. Hier haben wir nach etwa 1150 km übernachtet. Ein interessanter Anblick des TGV 001 an der Autobahn A36 bei Belfort.

Am 04.05.2026 haben wir uns weiter auf den Weg nach Barcelona gemacht. Die Fahrt ging dann von Bollène an Montpellier vorbei weiter nach Figueres in Spanien und dann schließlich nach Barcelona. Wir waren sehr früh am Hafen, so hatten wir ausreichend Zeit für einen Kaffee und ein ausgiebiges Essen bevor es dann letztendlich auf die Fähre nach Palma de Mallorca ging.

Das Einschiffen ging dann recht schnell vonstatten, unser Auto fand seinen Parkplatz im A-Deck im Bug des Schiffes ganz unten. Das Schiff, mit dem wir nach Mallorca übersetzten war die RoRo Fähre „Tenacia“. Da die Überfahrt nachts stattfand, hatten wir einen Innenkabine. Wir haben dann auf der Fähre noch eine Kleinigkeit gegessen und sind dann zum Schlafen in unsere Kabine gegangen.

Am nächsten Morgen um 5:30 Uhr klingelte dann der Wecker, um 6:00 Uhr sollten wir in Palma de Mallorca ankommen. Wir hatten noch Zeit für einen Kaffee, das Schiff war um 05:30 Uhr bereits im Hafen von Palma und wir warteten dann bei besagtem Kaffee auf das Ausschiffen.
Pünktlich um 6:00 Uhr wurden wir aufgefordert, in die Parkdecks zu gehen und zu die Fahrzeuge startbereit zu machen. Etwa 6:20 Uhr fuhren wir mit dem Auto dann von der Fähre herunter und wir waren auf Mallorca. Hier fuhren wir dann erst einmal gemütlich Frühstücken und dann in unsere Wohnung. Ein erster Blick über die Insel von unserem Balkon aus.

Unsere funktechnische Ausrüstung
Nachdem wir in unserer Wohnung angekommen waren, wurde erst einmal der Kofferraum vom Auto geleert und dann begann auch schon bald der Aufbau unseres Funkequipments. Mit nach Mallorca gereist waren:
- ein Yaesu FT-991A,
- ein Yaesu FT-710,
- eine endgespeiste 12,6m Drahtantenne
- und eine WiMo Vertikalantenne GPM-1500.
Leider war unser FT-DX10 vor der Reise nach Mallorca mit einem defekten Endstufenhybrid ausgefallen und die Zeit reichte nicht um die neue Endstufenplatine abzugleichen. So blieb der FT-DX10 zu Hause im Shack.

Zusätzlich waren zwei 35A Netzteile und ein Antennentuner MFJ-948 im Gepäck, da wir mit den beiden Antennen auch in den Abendstunden möglichst auf 40m und auf 80m Betrieb machen wollten. Mit den internen Tunern ist das Abstimmen von der 12,6m End-Fed und auch der GPM-1500 nicht auf allen Bändern möglich, jedoch leistet der MFJ-948 hier durchaus sehr gute Dienste. Zumindest damit die durch den beschränkten Platz logischerweise auf 40m und 80m einhergehenden Kompromisse zumindest ein zum Senden brauchbares SWR ergeben.
Funkaktivitäten
Alles in allem waren die Bandbedingungen etwas durchwachsen, jedoch waren alle Rufzeichen mit etlichen QSO in der Luft. Mit EA6/DF1YL hat Andrea 238 Verbindungen hauptsächlich in FT-8 gemacht, mit EA6/K1JHR an den geraden Tagen war mein US-Call mit 678 Verbindungen in der Luft und schließlich habe ich an den ungeraden Tagen mit EA6/DJ1JR Betrieb gemacht, so dass mein deutsches Call mit 439 Verbindungen in der Luft war. So sind von uns beiden 1355 QSO in FT-8 und SSB zusammengekommen.
Inselausflüge
Wenn wir nicht gerade mit dem Funkbetrieb beschäftigt waren, haben wir natürlich auch einige Ausflüge auf der Insel unternommen. Sie führten uns auch an Orte, die wir bereits als Flugreisende besucht hatten – so waren wir an der Playa de Palma (allerdings weit weg von den Hotspots Megapark und Bierkönig), Cala Rajada, Sa Coma, Cala Millor, Peguera und noch einige andere.
Es ist im Frühjahr leider immer wieder zu beobachten, dass besonders der Rennradtourismus auf Mallorca mittlerweile in einem besorgniserregendem Maße zugenommen hat. Leider benehmen sich besonders die Rennradfahrer in Gruppen äußerst rücksichtslos, aggressiv und teilweise sogar verkehrsgefährdend. Auch das Umweltbewusstsein dieser Leute spiegelt sich in einfach in die Natur weggeworfenen Trinkwasserflaschen entlang der Routen wider. Ein Ausflug in die Serra Tramuntana will als Autofahrer nicht nur reiflich überlegt sein, sondern erfordert mittlerweile Nerven wie Drahtseile. Das ist zu dem ebenso absolut unbeliebten „Ballermanntourismus“ ein Ärgernis, welches jedes Jahr schlimmer wird. Man kann die einheimische Bevölkerung schon verstehen, dass sie auf die Straße gehen und dagegen demonstrieren. Busse müssen hinter den Rennradfahrern hinterherfahren, man macht keine Anstalten zumindest den öffentlichen Verkehr ungehindert passieren zu lassen. Es wird nebeneinander gefahren und in Abständen, die ein gefahrloses Überholen unmöglich machen. Kurven werden geschnitten und Verkehrsregeln schlicht ignoriert. Es ist kein Wunder, dass gerade die Rennradfahrer von den Einheimischen „la plague“ – die Plage genannt werden. Hier muss man sich immer bewusst sein, dass auf Mallorca Einheimische leben, die auf den Verkehr angewiesen sind. Sicher könnte man entgegnen, dass diese beiden Gruppierungen auch Geld in die Kassen spülen, jedoch überwiegt gerade bei diesen Gruppierungen die Ablehnung und die Forderung nach Eindämmung gerade dieser Ärgernisse. Dagegen ist der normale Tourist, der sich an die landestypischen Gepflogenheiten hält und sich zu benehmen weiß immer willkommen.
Ein OV-Abend an der Clubstation EA6URP
Wir haben mittlerweile auf der Insel auch schöne Kontakte knüpfen können. So sind wir wieder in Palma de Mallorca zum örtlichen „OV-Abend“ des spanischen Amateurfunkclubs URE Sektion Palma de Mallorca gefahren, man trifft sich immer am Freitag ab 18:00 Uhr Ortszeit in der Clubstation der URE in Palma auf einem ehemaligen Militärgelände. Die mallorquinischen Funkamateure sind sehr gastfreundlich und wir wurden wie immer sehr herzlich empfangen und haben uns gut unterhalten. Ganz nebenbei kann man dann auch das „Radiomuseum“ besuchen, es befindet sich in den Räumlichkeiten der Clubstation EA6URP und beherbergt Radioempfänger, CB und Amateurfunkgeräte aus vergangenen Zeiten.

Ein Besuch lohnt sich hier immer. Miguel EA6SX ist der „OVV“ vom Radioclub in Palma und auch der „DV“ von den Balearischen Inseln. Wir haben den ganzen Abend mit den mallorquinischen Funkamateuren verbracht. Es ging dann nach dem Teil in der Clubstation zum gemeinsamen Abendessen.
Javier, EA6ALW, aus Mahón auf Menorca studiert an der Universität in Palma de Mallorca Elektronik und hat als Abschlussprojekt eine komplett selbst entworfene und auch selbst realisierte portable Groundstation für Satellitenfunk eindrucksvoll an dem Abend vorgeführt. Beim Überflug der ISS konnten wir den Funkgesprächen auf 70cm vom Transponder der ISS zuhören. Zwar hat ein QSO nicht geklappt, da viele italienische Stationen den Transponder etwas „überfahren“ hatten – aber die Demonstration der Anlage war wirklich eindrucksvoll und man kann Javier, EA6ALW hier eine wirklich gelungene Arbeit bescheinigen. An dieser Stelle wünschen wir ihm natürlich auch viel Erfolg für seinen Abschluss.

Wie es denn bei solchen Abenden auch in Deutschland ist – gefunkt haben wir aus der Clubstation nicht – der Gesprächsfaden war so intensiv, dass wir gar nicht dazu gekommen sind. Dafür hatten wir ja unsere Station aus Deutschland mitgenommen. Wir waren erst nach Mitternacht wieder zurück. Es war ein äußerst angenehmer und kurzweiliger Abend.
Funkbedingungen
Verbindungen nach Deutschland waren auf dem 15m und 20m Band in SSB mit sehr guten Signalen möglich, am 13.05. unter Anderem zur OV-Clubstation vom Ortsverband H19 DL0OHA mit Rapporten um 59 und darüber. Ein Sked zur Clubstation des OV Holzminden am Familientag war wegen der sehr schlechten Bedingungen nur unter sehr erschwerten Umständen möglich. Das ist aber die Kurzwelle, die Bedingungen sind nun einmal immer unterschiedlich. Zum gleichen Zeitpunkt war auf 15m aus dem Mittelmeerraum von unserer Station Ozeanien und Asien zu arbeiten, die FT-8 Bedingungen und auch SSB-Bedingungen in diese Richtung war deutlich besser als in Richtung DL. Die Bedingungen auf der Kurzwelle wurden in der zweiten Woche unseres Aufenthaltes nicht viel besser. Allerdings gingen in den Morgenstunden auf 20m und 15m immer Verbindungen Richtung Ozeanien.
Die Vertikalantenne GPM-1500 von WiMo war bei diesem Urlaub das erste Mal mit im Gepäck. Diese Antenne kann natürlich in den üblichen Hotels so gut wie nicht aufgestellt werden, in unserem Standort hat sie zwar keinen optimalen Platz, jedoch ist das Treppengeländer aus Metall auch mit einem Radialnetz vergleichbar. Laut der Aufbauanleitung ist ein Radialnetz nicht unbedingt notwendig, aber empfehlenswert. Allerdings reicht nicht auf allen Bändern der interne Automatiktuner zur Anpassung aus, daher hatten wir einen MFJ-948 Tuner dabei, der die Antenne dann von 80m bis 10m anpassen konnte. Das ist allerdings auch vom Standort der Antenne abhängig. Logischerweise war Betrieb auf 40m und 80m eher suboptimal, dazu ist halt die Strahlerlänge mit ihren 6,30m dann doch recht kurz. Auf den höheren Bändern ist diese Antenne jedoch mit erstaunlicher Leistungsfähigkeit einsetzbar. Die Verbindungen mit den Rufzeichen EA6/K1JHR und EA6/DJ1JR sind alle über diese Antenne gelaufen. Andrea hat mit dem Yaesu FT-710 und der 12,6m endgespeisten Antenne überwiegend in FT-8 Betrieb gemacht. Der Betrieb ging in den meisten Fällen im Parallelbetrieb mit beiden Stationen. Soweit möglich haben wir Bandpassfilter eingesetzt, hier haben die Filter von DG0SA (sk) sehr gute Dienste geleistet. In den Morgenstunden war fast an jedem Tag Betrieb mit VK und ZL auf dem 20m Band möglich, oft auch in den Abendstunden, trotz eigentlich „bescheidenen“ Bedingungen auf der Kurzwelle ging es regelmäßig in Richtung Ozeanien.
Alles in Allem waren es sowohl Funktechnisch als auch Reisetechnisch zwei wundervolle Wochen auf der Insel und einer Wiederholung, auch was das Funkequipment angeht ist nicht ausgeschlossen.
Rückreise
Leider war der Urlaub wie immer viel zu kurz und die Fahrt nach Palma zur Fähre stand dann am Dienstag den 19.05. an. Morgens um 5:30 Uhr fuhren wir los, um noch unterwegs eine Kleinigkeit zu frühstücken. Die Überfahrt nach Barcelona fand tagsüber statt, so dass wir von Palma auslaufend eine halbe Inselrundfahrt um Mallorca machten. Die Überfahrt war wie auf der Hinfahrt auf der RoRo Fähre „Tenacia“. Unser Auto stand auf der Fahrt in der großen Parkgarage im 4. Deck. Wir waren natürlich an Deck um so noch einige schöne Blicke auf die Insel mitzubekommen. Die Fahrt ging von Palma um die südliche Spitze von Mallorca, vorbei an St. Elm mit der Dracheninsel und auf der Seite der Serra de Tramuntana dann auf geradem Weg auf Barcelona zu.
Nach einer Zwischenübernachtung in Figueres noch in Spanien ging es dann durch Frankreich wieder zurück auf den Weg nach Hause. Am 20.05. gegen 22:00 Uhr waren wir dann nach der Autofahrt, die uns von Figueres in Spanien über Montpellier, Lyon, Belfort in Frankreich dann über Freiburg, Karlsruhe, Frankfurt und Kassel entlangführte wieder zu Hause.
QSL-Vermittlung
Diejenigen, die eine unserer Stationen gearbeitet haben, können sich schon bald auf die QSL-Karte freuen. Die Karten sind in der Produktion und werden direkt über den DARC Baunatal verschickt.

73 de Holger Reinecke, DJ1JR/K1JHR
